Die Landmarke „Kraftwerk Voerde“ ist nicht mehr. Über Jahrzehnte war das ehemalige Steinkohlekraftwerk in Voerde-Möllen ein Wahrzeichen am Niederrhein. Die drei markanten Schornsteine, der Kühlturm, die weitläufigen Industrieflächen – all das prägte das Bild von Voerde schon aus der Ferne. Am Ende des Jahres 2025 ist nach dem Kühlturm auch einer der markanten Schornsteine mit 180 Metern Höhe gesprengt worden.
Worum geht es und was ist bisher passiert?
Das Kraftwerk in Voerde bestand im Grunde aus zwei Kraftwerken. Eine Seite STEAG. Andere Seite RWE. 1969 ging das STEAG-Kraftwerk in Betrieb. In den 1980ern folgte das RWE-Kraftwerk. Dann legte man das gesamte Kraftwerk 2017 plötzlich und für viele überraschend still. Aus wirtschaftlichen Gründen, so die Betreiber. Seit März 2017 ruht das Gelände im Stadtteil Möllen nun, mit direktem Blick auf den Rhein inmitten schönster niederrheinischer Landschaft.
Seitdem wurde geplant, diskutiert und verhandelt, wie es auf dem 60 Hektar großen Gelände weitergehen soll. 2021 war klar: Das Kraftwerk wird vollständig abgebaut. Es gab erste Ideen, was dort künftig entstehen könnte – vom Gesundheitscampus mit Gewerbe- und Technologiepark über Innovationsstandort rund um das Thema Energie bis hin zu einem emissionsarmen Logistikdrehkreuz, bei dem Rohwaren veredelt, Industriebauteile gedruckt und neue Rohstoffe durch Recycling gewonnen werden könnten.
Was passiert aktuell und wie geht es danach weiter?
Der Rückbau ist inzwischen in vollem Gange. Die Arbeiten sind aufwendig und spektakulär zugleich – und klar, auch wenn ein Kraftwerk kein architektonisches Weltwunder ist, fällt die Lücke vielen auf. Bereits 2023 wurde der Kühlturm gesprengt.
Mit dem Abriss schafft die Stadt Voerde die Voraussetzungen für Neues. Der Bebauungsplan ist inzwischen beschlossen. Denn klar ist: Das Gelände des RWE-Konzerns am Rhein bietet großes Potenzial – infrastrukturell, wirtschaftlich und strategisch. Deshalb entsteht hier nun ein modernes Gas- und Dampfkraftwerk. Es könnte schon Ende 2030 in Betrieb gehen. Am Platz des ehemaligen Kühlturms entstehen Elektrolyseure, die mit Windkraft aus der Nordsee grünen Wasserstoff produzieren. Ebenso entstehen wird ein Batteriespeicher.
Ein Standort im Wandel
Was derzeit in Voerde passiert, steht exemplarisch für den Strukturwandel in unserer Region. Dort, wo früher Kohle verbrannt wurde, entsteht Platz für neue Energieformen, neue Ideen und neue Arbeitsplätze. Für diesen Wandel im Sinne von Wirtschaft und Umwelt setze ich mich als Abgeordneter für Voerde ein. Denn er zeigt: Auch große, alte Industrieflächen können eine Zukunft haben, wenn man sie mutig neu denkt.




Guten Tag.
Mir als Anwohner würde das 3. Szenario nicht sonderlich gefallen, da dort 30% des Verkehrsaufkommens über die Straße gehen soll.
Auch im Hinblick auf die unerwünschte Umgehungsstraße B8N.
Möllen hat da genug geleistet.
Durch die Nachbarschaft zum Kohlekraftwerk mit Abgas und Lärm.
Und aktuell: Ableitung des Schwerverkehrs über Dinslakener Starße und Rahmstraße, weil Nachbarkommunen ihre Bundesstraßen nicht Ertüchtigen können.
Aber wichtig ist. Es muss weiter gehen.
Meiner Meinung nach wäre es sehr Sinnvoll eine Zwischennutzung durchzusetzen.
Zum Beispiel finde ich es vorbildlich, wie der Park der Zeche Lohberg durch ein paar Betonaufbauten zu einem tollen „Parkour“ für Jugendliche gestaltet wurde.
Eine perfekte Zwischennutzung auch für Möllen.
Vielen Dank
W.Hoos
Bin mit dem Bau des Kraftwerkes groß geworden und kann mir ohne dieses Wahrzeichen was man schon von weitem sieht, Möllen nicht vorstellen. Bin auf der Leitkamp großgeworden, ein ganz alter Möllner…. Möllen war mal schön mit den ganz alten Geschäften, der Post usw…. Hat sich sehr viel verändert, nicht unbedingt zum positiven. Man hätte die ganzen Häuser Renovieren können und nicht abreißen. Dadurch wird auch das Bild von Möllen nicht mehr das alte sein. Die Steag könnte man so restaurien wie man es mit dem Landschaftspark Nord LaPaDu gemacht hat. Restaurants und eine Spielwiese für Jung und Alt. So etwas braucht unsere Region weil alles andere zu weit weg ist.
Vielen Dank für die informative Seite.
Der Fokus sollte aber auf viele zukunftsfähige Arbeitsplätze für die Region gelegt werden.
Schön dass ihr Bericht “ Kraftwerk Voerde: Wie geht’s weiter, ohne Bewertung und mit evtl. zukünftigen Visionen beschrieben ist.
Ich stimme ihnen zu das der Radweg am Rhein auf jeden Fall erhalten bleiben sollte. Ist er, auch mit Blick in die Zukunft und der zukünftigen Emschermündung, sicherlich ein gutes Ausflugsziel. Auch die Idee des Skywalk, würde dieser Rheinkurve gut zu Gesicht stehen. Sind wir gespannt welche Vision am Ende real wird.
Ich würde es entweder für Kinder was daraus machen oder ein grosen Campingplatz
Aus meiner Sicht war es falsch, so ein Modernes Kohlekraftwerk vom Netz zu nehmen……..
Zum Zeitpunkt der Stilllegung war das Kraftwerk bereits ca. 45 Jahre alt. Modern ist das sicherlich nicht und bereits 2005 konnten nur mit Mühe und Not umbauten stattfinden, damit man die Umweltbestimmungen noch einhält. Auch angesichts der stetig gesunkenen Stromproduktion scheint das Kraftwerk hinsichtlich Energiesicherheit keinen Mehrwert gehabt zu haben.