Kamp-Lintfort bekommt einen Bahnanschluss: Ende 2026 soll es endlich soweit sein. Dazu die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick:
Wo fährt die Bahn entlang?
Grundlage ist die ehemalige Grubenanschlussbahn des Bergwerks West. Sie wird modernisiert, an das regionale Schienennetz angebunden und anschließend über den Zechenpark bis an die Innenstadt weitergeführt. Zudem entsteht eine weitere Haltestelle „Kamp-Lintfort Südbahnhof“ an der Kattenstraße, nahe des ehemaligen DJK-Fußballplatzes.
Die Regionalbahn fährt im Schritttempo durch den Zechenpark und ist baulich abgetrennt vom Spielplatz und dem Park, sodass die Sicherheit der Spaziergänger, Fahrradfahrer sowie Kinder garantiert ist.

Streckenführung der neuen Bahntrasse durch den Zechenpark. Quelle: Niederrheinbahn GmbH
Welche Verbindung gibt es?
Geplant ist ein stündlicher Regelbetrieb der Regionalbahn RE 44 „Fossa Emscher Express“. Diese Verbindung führt über Moers, Duisburg und Oberhausen bis nach Bottrop. Moers ist dabei in 15 Minuten erreicht, bis Duisburg sind es 30 und bis Bottrop etwa 50 Minuten. Sollte die Nachfrage steigen, besteht perspektivisch die Möglichkeit, den Bahnhof um einen zweiten Bahnsteig zu erweitern.
Wie sieht der Bahnhof in Kamp-Lintfort aus?
In Kamp-Lintfort entsteht ein Kopfbahnhof (Bahnhof ohne durchgehende Gleise), der direkten Zugang zur Hochschule Rhein-Waal, in die Innenstadt sowie zu wichtigen Buslinien bietet. Der neue Bahnhof entsteht auf dem heutigen Eingangsbereich des Zechenparks, wo aktuell Fußgänger- und Radwege verlaufen. Die gesamte Anlage wird etwa 2.000 Quadratmeter umfassen und so zu einem markanten neuen Zugangspunkt werden.

Lageplan des neuen Bahnhofs in Kamp-Lintfort. Quelle: Stadt Kamp-Lintfort
Was bringt der neue Bahnhof?
Besonders attraktiv ist die Lage des neuen Bahnhofs: Er befindet sich in unmittelbarer Nähe zur Innenstadt mit dem EK3-Einkaufszentrum und dem Busbahnhof, zum Kino, zum Hochschulparkplatz sowie zur Hochschule selbst. Auch der Zechenpark mit dem Tierpark Kalisto und der geplanten Abenteuer-Minigolf-Anlage liegt nur wenige Schritte entfernt. Damit wird der Bahnhof zu einem wichtigen Dreh- und Angelpunkt für Studierende, Pendler und Besucher der Stadt.

So soll der neue Bahnhof in Kamp-Lintfort aussehen. Quelle: Stadt Kamp-Lintfort
Was bedeutet der Bahnhof für Kamp-Lintfort?
Städtebaulich bildet der Kopfbahnhof zusammen mit dem Bahnhofsvorplatz einen markanten Eingang zum neuen Stadtquartier, zum Zechenpark und in die Innenstadt. Die Anlage liegt dabei in einem räumlich engen Bereich zwischen Großer Goorley, Hochschulparkplatz, Wandelweg und der Sparkassenpromenade, die von Nord nach Süd durch den Zechenpark führt.
Der Bahnhof stärkt die Infrastruktur in Kamp-Lintfort, indem er die Stadt besser an den regionalen und überregionalen Verkehr anbindet und nachhaltige Mobilität fördert. Für die Stadtentwicklung wirkt er als Impulsgeber, da er die Erreichbarkeit verbessert und Investitionen anzieht. Pendlerinnen und Pendler profitieren von kürzeren Reisezeiten, verlässlichen Verbindungen und einer komfortablen Alternative zum Auto. Mit dem neuen Bahnhof entsteht demnach nicht nur eine moderne Mobilitätsdrehscheibe, sondern auch ein städtebaulicher Baustein.
Wie wird der Bahnhof gestaltet?
Da der Bahnsteig aus technischen Gründen etwa 1,4 bis 1,8 m über dem heutigen Geländeniveau liegt, spielt die Gestaltung der Außenfläche eine zentrale Rolle. Das Planungskonzept sieht einen einladenden öffentlichen Vorplatz vor, von dem aus ein Zugang über mehrere Terrassen auf den erhöhten Bahnsteig führt.
Der östlich verlaufende Wandelweg wird als Rampe neugestaltet und auf Bahnsteigniveau angehoben, um eine barrierefrei Anbindung für Menschen mit eingeschränkter Mobilität und für Radfahrer zu gewährleisten. Für Radfahrer gibt es Stellplätze. Der Bahnsteig selbst erhält eine markante Dachkonstruktion, die das neue Verkehrsbauwerk optisch prägen soll.
Zum Bahnanschluss in Kamp-Lintfort berichtete auch der WDR.



