Muss man heute noch Erntedankfest feiern, wo es doch immer alles im Supermarkt zu kaufen gibt? Das habe ich Pastor Marcus Bastek gefragt in unserem Podcast „7 Minuten – Glaubensfragen und ein Bier im Stehen“. Hier schreibe ich, warum das Fest heute wichtiger ist denn je…

Ist das Erntedankfest noch zeitgemäß?

Diese Frage habe ich Pastor Marcus Bastek gestellt angesichts der Massen an Lebensmitteln, die uns jederzeit im Supermarkt zur Verfügung stehen. Er meint: Unbedingt! Allein schon um uns daran zu erinnern, dass Lebensmittel eben nicht im Supermarkt wachsen. Der Feiertag gehöre zwar nicht offiziell ins Kirchenjahr, dennoch könnten Menschen damit meist mehr anfangen als mit Pfingsten oder anderen Kirchenfesten.

Marcus Bastek empfindet das Erntedankfest als das Politischste aller christlichen Feste: „Wir leben das ganze Jahr über in einer Welt des Wachstums. Das Erntedankfest erinnert uns daran, dass alles auf unserem Planeten nur so schnell wächst, wie es eben wächst.“ Das Gras wachse eben nicht schneller, nur weil wir dran ziehen.

Lebensmittel wieder wertschätzen

Viele von uns wachsen auf, ohne zu wissen, wann und wo welche Lebensmittel wachsen. Erst wenn man sich näher mit dem Thema beschäftigt fällt auf, wie viel eigentlich dazu gekauft wird. Auch daran soll das Erntedankfest erinnern: Dass wir auf der Welt auf die Solidarität untereinander angewiesen sind.

Ein befreundeter Landwirt hat letztens zu mir gesagt, dass die Ernte in den vergangenen Jahren oft schlecht war aufgrund von Dürresommern oder Starkregen. Das kommt bei uns, den Verbrauchern, nur selten an, denn die Regale im Supermarkt werden mit Lebensmitteln aus anderen Ländern aufgefüllt. Um uns dies wieder bewusst zu machen, ist es vielleicht eine Idee, für einen gewissen Zeitraum keine Lebensmittel zuzukaufen.

Erntedank feiern – Respekt zeigen

Früher ehrte man im Rahmen des Festes auch den Berufsstand der Landwirt:innen. Heute leiden viele Landwirtinnen und Landwirte darunter, dass sie beschimpft und beschuldigt werden, die Natur zu zerstören. Und das obwohl sie es ja eigentlich sind, die uns alle durch ihre tägliche Arbeit ernähren. Den Vorwurf, alle Landwirt:innen seien Umweltsünder, halte ich für völlig daneben. Natürlich gibt es in jeder Branche schwarze Schafe, dennoch sind Marcus Bastek und ich uns einig darin, dass wir alle nur gemeinsam den Boden und die Lebensmittel für uns und die kommenden Generationen erhalten können.

Aber hört selbst: Die gesamte Folge ist wie immer beim Podcatcher der Wahl zu finden. 

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