Vorlesen bei Kindern fördert die Fantasie und macht gerade jetzt im Winter jede Menge Spaß. Daran musste ich in der vergangenen Woche denken. Denn zum internationalen Vorlesetag hatte die Kamp-Lintforter Mediathek mehr oder weniger bekannte Menschen gebeten: Lest uns mal was vor und erzählt, was ihr so macht!

Als Vorsitzender vom Verein LesART, der sich um die Förderung der Lesekultur in Kamp-Lintfort kümmert, durfte ich auch mitmachen. In den Jahren zuvor habe ich im Ratssaal vorgelesen. Klar, denn bis zum Landtag in Düsseldorf ist es für viele Grundschulen einfach zu weit. Im Video habe ich deshalb die Gelegenheit genutzt, auch von meinem Job als Landtagsabgeordneter zu erzählen.

Vorlesen hilft Verstehen

Schon klar, dass es eine Menge Fantasie bei den 6- bis 10-Jährigen braucht, um zu verstehen, was Ratsmitglieder oder Landtagsabgeordnete so machen. Um Dinge zu verstehen, die man selber nicht kennt, helfen uns Bücher. Sie ziehen gerade Kinder in neue Welten und unbekannte Rollen. Es macht Spaß zu sehen, wie sich die Grundschüler beim Live-Vorlesen in die Geschichte hineinziehen lassen.

Ganz so wie bei meinen Kindern, denen wir auch lange Zeit vorgelesen haben. Noch immer nehmen sie Bücher in die Hand. Ich glaube, weil sie es von uns so gelernt haben und noch immer sehen, wie meine Frau und ich regelmäßig ein Buch lesen. Gerne erinnere ich mich an die Abende auf der Couch mit einem guten Buch und den Jungs im Arm. Hier sind deshalb meine Top-5 der – bei uns – beliebtesten Vorlesegeschichten:

Tilda Apfelkern
Quelle: Arena-Verlag

Tilda Apfelkern – Wunderbare Geschichten aus dem Heckenrosenweg
Die Einstiegsdroge ins Vorlesen schlechthin: Die holunderblütenweiße Maus Tilda und ihre tierischen Freunde sind so facettenreich beschrieben, dass der Stimmwechsel richtig viel Spaß macht. Tilda mit glockenheller Stimme und ihr bester Freund Rupert mit dem rollenden R – wenn ich das so vorgelesen habe, kamen meine Kinder aus dem Glucksen nicht heraus. Und wenn ich mich mal vertan habe mit den Stimmen, fiel ihnen das auch gleich auf! Nur den letzten Absatz auf Seite 165 habe ich vor dem Schlafengehen stets weggelassen. Denn Monster gibt es nicht, oder etwa doch?

Quelle: Thienemann Verlag

Latte Igel
Irgendwann ist die Reihe um Tilda Apfelkern ausgelesen. Dann braucht es wie bei den Erwachsenen Nachschub. „Was so ähnliches“ haben wir im Buchladen gefunden. Latte Igel ist diesmal der Held, der nach dem Wasserstein sucht. Weil der geklaut wurde, fließt kein Wasser mehr ins Tal der Tiere. Also muss Latte ran – und erlebt spannende Abenteuer. Kommt Ihnen bekannt vor? Vor einigen Monaten kam die Verfilmung in die Kinos. Meine Jungs wollten da unbedingt rein, weil sie sich noch ans Vorlesen erinnert haben. Live analysierten sie, was im Buch genauso war und was anders. Die Geschichte war in ihren Köpfen haften geblieben!

Quelle: Ravensburger Verlag

Die unglaublichen Abenteuer von Wilbur McCloud
Dieses Buch haben mein Ältester und ich auf der Leipziger Buchmesse bei einer Autorenlesung kennengelernt. Seit einigen Jahren fahren wir zusammen dorthin, um die Lesebegeisterung weiter zu füttern. Das reich illustrierte Buch kam mir danach sofort in den Sinn, als ich erstmals zum Vorlesetag etwas vortragen sollte. Warum? Wieder sind es die unterschiedlichen Charaktere, denen man so toll eine Stimme geben kann – das kleine Flugzeug überschlägt sich beim Sprechen, Papa-Flugzeug spricht dagegen langsam und tief. Ruhige Stellen wechseln sich ab mit rasanter Action und ein richtiger Bösewicht krönt das ganze noch. Was braucht es mehr, um seine kleinen Zuhörer zu bannen?

Quelle: cbj-Verlag

Die Muskeltiere – Einer für alle, alle für einen
In Hamburg spielt diese Geschichte um eine Gruppe von zwei Mäusen, einem Hamster und einer Ratte. Sie sind nach Käsesorten benannt. Klar, denn alle vier „Muskeltiere“ leben doch an und in einem Käsegeschäft. Die Ratte Gruyère hat das Gedächtnis verloren und sucht sein zu Hause. Da sind die anderen drei gerne behilflich. Im Hinterkopf das klassische Vorbild musste ich beim Vorlesen an vielen Stellen schmunzeln. Und wie gerne habe ich jedes Mal ihre Namen möglichst nasalierend französisch ausgesprochen. Auch dank der kindgerechten Zeichnungen ein dankbares Vorlese-Buch.

Quelle: Carlsen-Verlag

Harry Potter und der Stein der Weisen
Irgendwann werden die Kinder größer und die Geschichten spannender. Für mich der richtige Zeitpunkt, um den Klassiker meiner späten Jugend auszupacken. Obwohl ich alle sieben Bände der Erstauflage im Regal stehen habe, musste ich mir einfach die bebilderte Fassung kaufen, um daraus vorzulesen. Cleverer Trick, denn um die fantastischen Illustrationen von Jim Kay besser sehen zu können, trieb es die Kinder wieder in meine Arme. Ich habe dann versucht, Rufus Beck nachzueifern. In der Hörbuchfassung leiht er allen – und ich meine wirklich allen – Charakteren eine eigene Stimme. Sorry, da war Papa am Ende dann doch überfordert…

Übrigens kann man all diese Bücher in der Bibliothek leihen oder in der örtlichen Buchhandlung kaufen. Dort ist jeder Cent gut angelegtes Geld. Zur besseren Orientierung gibt’s hier die Übersicht aller Buchläden in meinem Wahlkreis:

Buchhandlungen im Wahlkreis

Kamp-Lintfort:
Michelbrink
Buchhandlung am Rathaus

Rheinberg
Buchhandlung Schiffer

Sonsbeck
• Bücherbogen (Günter Meyer Buchhandlung): Keine Homepage, erreichbar unter 02838 77 95 76

Xanten
Librarium
Dom Buchhandlung

Neukirchen-Vluyn
Neukirchener Buchhandlung
Giesen-Handick

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