Roboter können Menschen nicht komplett ersetzen. Wo aber Fachkräfte fehlen, kann Kollege Roboter einspringen. So zum Beispiel in der Xantener Hirsch-Apotheke, wo Apotheker Maximilian Dyckmans seit Monaten händeringend neue Mitarbeiter sucht. Weil er nicht genügend Fachkräfte fand, arbeitet nun ROWA für ihn – ein Roboter, der selbstständig Medikamente einräumt und heraussucht.

Mit Roboter mehr Zeit für den Patienten!

Das wichtigste vorweg: Auch mit dem Roboter fehlen dem Apotheker noch immer Mitarbeiter. Stellen eingespart hat er also nicht. Wie schon bei Gartenbau Grütters erleichtert die Digitalisierung jedoch Arbeitsabläufe im Betrieb und ersetzt rund zwei Stunden menschlicher Arbeit am Tag. Der Roboter ist im Grunde ein Minijobber. Er nimmt den Mitarbeitern die komplette Einlagerung der Ware ab und sorgt dafür, dass die bestellten Medikamente ruckzuck beim Kunden ankommen. Die Investition in diese Technik war kein Pappenstiel. Sie wird sich aber in Zukunft auszahlen. Da ist sich Apotheker Dyckmans sicher.

Was macht der Roboter?

Als Experte für den kompletten Warenbestand weiß nun ROWA alleine, wo die Arzneimittel liegen. Das nennt sich chaotische Warenlagerung und findet auch bei Amazon Anwendung. Auf Knopfdruck der Mitarbeiter an der Theke sucht der Roboter die Medikamente heraus und ein Förderband transportiert sie nach vorne. Kollege Roboter schickt genau das Medikament zur Kasse, welches das kürzeste Verfallsdatum hat und gibt gleichzeitig Bescheid, wenn Produkte nachbestellt werden müssen. Wie ROWA das macht, könnt Ihr hier im Video sehen oder auch bei Instagram in den Story-Highlights. Übrigens bestellt das System selbstständig Ware nach und erkennt dabei zum Beispiel, wenn zum Beispiel wieder eine Grippewelle ansteht. Dann bestellt der Computer gleich mehr Grippemittel als sonst.

Berufe verschwinden, andere kommen

Ich finde, das Beispiel von ROWA und der Hirsch-Apotheke zeigt, dass die Digitalisierung uns helfen kann. Hier fallen keine Jobs weg. Im Gegenteil kann die Apotheke weiterbestehen, weil ein Roboter bei der Arbeit hilft. Ich möchte aber auch nichts beschönigen: Am Ende kann Digitalisierung auch Jobs kosten. Oder besser Berufe, denn wie beim Bierkutscher und dem Laternenanzünder braucht es in einigen Jahren auch andere Berufe nicht mehr. Welche das wohl sein könnten, verrate ich demnächst hier auf dem Blog.

Digitalisierung verändert unsere Welt.

Digitalisierung, Globalisierung oder neue Arbeit – all diese Begriffe beschreiben Megatrends, also globale Entwicklungen, die die Welt nachhaltig verändern und uns im privaten Raum, aber unter anderem auch die Politik oder die Wirtschaft beschäftigen. Wo man früher einen Menschen fragte, wird sich nun vertrauensvoll an Alexa oder Siri gewandt. Wo man früher selten über das eigene Heimatland hinaus dachte, ist man nun global vernetzt. Und wo man früher kaufte, wird heute geshared, also geteilt. Die großen Entwicklungen beginnen jedoch im Kleinen. Auch bei uns am Niederrhein. Besonders der Blick auf unsere Wirtschaft und das Thema Arbeit lohnt, denn die niederrheinische Wirtschaft ist vielfältig und setzt sich mit Entwicklungen wie diesen nicht erst seit gestern auseinander. Trends wie Digitalisierung betreffen nicht nur die großen Unternehmen sondern vor allem auch kleine und mittelständische Firmen. Die neue Technik verändert Berufe, Unternehmen und Abläufe – was wird besser, was schlechter und wo ist politisch Hilfe nötig? Das will ich herausfinden. In loser Folge besuche ich deshalb Unternehmen am Niederrhein, die von ihrem Berufsalltag berichten und zeigen, wie sie die Digitalisierung angehen.

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