Xanten bietet viele schöne Ecken für einen Spaziergang. Während Dom und APX sicherlich die bekanntesten Sonntagsziele darstellen, möchte ich diesmal raus aufs platte Land und in die Xantener Hees.

Los geht es mal wieder an einem Friedhof. Hab mich irgendwie dran gewöhnt. Wir folgen einem Stück des Jakobsweges hinauf auf den Fürstenberg, auf den es auch schon die alten Römer mit einem Soldatenlager getrieben hat. Die dortige Kapelle liegt ziemlich abseits und wirkt ein wenig verwunschen. Vom Hügel aus, den wir in Richtung Winnenthal wandern, hat man dann einen weiten Blick aufs Land.

Blick in Richtung Alpen-Winnenthal

Von hier aus geht es in Richtung Xanten-Birten, bekannt durch das Amphitheater. Zu meiner Zeit gab es keine Schulklasse, die nicht mindestens einmal dorthin musste. Wir kreuzen die Eisenbahngleise (Achtung, hier sind schon viele Unfälle passiert!) und nähern uns dem eigentlichen Ziel unserer Wanderung: der Hees. Dazu überqueren wir zuvor die Landstraße (Veener Weg) und müssen über den Hof eines Landwirts, um in den Wald zu kommen. Keine Sorge, das ist okay!

Angekommen in der Hees

Die Hees hat eine bewegte Geschichte und diente zumindest in Teilen als natürliche Tarnung für eine Munitionsfabrik im Zweiten Weltkrieg, die MuNa. Im Rahmen meiner Sommertour 2018 durften wir auch mal hinter die Zäune und stießen dabei auf alte Bunkeranlagen. Die militärische Nutzung ist auch der Grund für Laternen mitten im Wald und die eine oder andere befestigte Straße. Zudem erinnert ein Denkmal, an dem wir auch vorbeikommen, an eine schwere Explosion in der Anlage. Viele Menschen starben dabei.

Langsam aber sicher wandern dann wir zurück in Richtung Stadt. Von weitem sehen wir noch das Krankenhaus, in dem ich mal einen Tag lang ein Praktikum machen durfte. Wer hier mal zu liegen kommt, darf sich wie in der Schwarzwaldklinik fühlen. Anders als der Name vielleicht ahnen lässt, führt uns der Holzweg schließlich zurück zum Startpunkt. Und wenn aktuell Corona nicht wäre, böte sich zum Abschluss des rund 9 Kilometer langen Weges noch ein Absacker in einem der vielen Cafés und Kneipen der Stadt an.

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