Soziale Start-Ups lohnen sich oft nicht aus Sicht von Investoren. Weil der Gewinn dort nicht an erster Stelle steht. Gesellschaftlicher Fortschritt bleibt so jedoch aus. Deshalb müssen soziale Start-Ups besonders gefördert werden, finde ich.

Was ist Social Entrepreneurship?

Zugegeben, der Begriff Social Entrepreneurship klingt hochtrabend. Dahinter steckt jedoch eine kluge Idee. Im Online-Lexikon findet man diese Erklärung:

Soziales Unternehmertum; unternehmerisches Den­­ken und Handeln zum Wohle der Gesellschaft und zur Lösung oder Verbesserung gesellschaftlicher Missstände. […] Der Erfolg von Social Entrepreneurship wird nicht allein auf Basis finanzieller Profite, son­dern anhand des gesellschaftlichen Nutzens bewertet.

Gabler Wirtschaftslexikon: Social Entrepreneurship 

Zwei wesentliche Ziele von sozialem Unternehmertum sind also, dass sich unsere Gesellschaft positiv verändert und dass der finanzielle Gewinn nicht ausschlaggebend ist. Die Organisation ist also oft gemeinnützig. Selbstverständlich ist es gut, wenn das Start-Up kostendeckend arbeitet. Es ist aber nicht das Hauptziel, wenn wir mit der Geschäftsidee vor allem die Gesellschaft zum Besseren verändern wollen. Wenn Geld nicht entscheidet, was gut oder schlecht ist, rücken die positiven Auswirkungen in den Mittelpunkt.

Ziel: Soziale Start-Ups mit Mehrwert

Soziale Unternehmen bringen nicht nur technische, sondern auch soziale Innovationen voran. Das Ziel: Die Welt besser machen. Das macht Social Entrepreneurs so wichtig für unsere Zukunft. Zwei von vielen Beispielen für soziale Unternehmen sind: Viva con agua oder social bee. Viva con agua ist mittlerweile schon recht bekannt und arbeitet als Non-profit-Organisation für eine bessere Wasserversorgung und bessere sanitäre Verhältnisse in Entwicklungsländern. Social bee haben wiederum ein Konzept als Integrationsdienstleister für Flüchtlinge entwickelt. Diese erhalten so eine Chance, langfristig im regulären Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.

Soziale Start-Ups anders fördern

Es ist nicht so, dass Start-Ups nicht gefördert werden. Doch soziale Start-Ups brauchen andere Förderprogramme und Beratungsangebote, weil sich zum Teil schlicht andere Fragen stellen als bei klassisch gewinnorientierten Gründungen. Mit der Gründung an sich ist es nämlich nicht getan. Da diese Start-Ups sich häufig mit gesellschaftlichen Veränderungsprozessen beschäftigen, stoßen sie unweigerlich auf bestehende gesetzliche Vorgaben, die ihr Tun manchmal sogar begrenzen, obwohl sie doch gleichzeitig dringend nötig wären. Deshalb finde ich den Antrag und die Anhörung im NRW-Ausschuss für Digitalisierung und Innovation auch so wichtig. Wir müssen endlich aufholen, um soziale Start-Ups möglich zu machen und nicht an andere (Bundes-) Länder zu verlieren.

Wer entscheidet, was fortschrittlich ist?

Weil niemand gerade weiß, wer über gute oder vermeintlich schlechte Ideen entscheidet, brauchen wir eine „Soziale Start-up-Strategie“. Darin könnten wir regeln, welche Entwicklungen gesellschaftlich relevant sind. Weil das schließlich ein politisches Querschnittsthema ist, müsste auch die Förderung des sozialen Unternehmertums ressortweise geschehen. Sodass zum Beispiel im Umweltministerium Experten sind, die nach Umweltschutz-Projekten Ausschau halten und diese dann für eine Förderung empfehlen.

Denkbar wäre auch eine zentral eingerichtete Stelle, bei der Ideen landen und von dort mit den jeweiligen Experten in den Ministerien oder sonstigen Institutionen vernetzt werden. Ohnehin braucht es einen Fördertopf, der nicht allein nach Wirtschaftlichkeit schaut. Denn Kaufkraft ist nicht das entscheidende Kriterium, wenn eine Gesellschaft sich stetig weiterentwickeln soll.

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