Corona bringt die G8-Jahrgänge in Bedrängnis. Der knapp genähte Lehrplan des Turbo-Abiturs wird noch enger. Aus fünf Jahren Mittelstufe werden durch die Pandemie vier. Wie will die Landesregierung eine gute schulische Bildung der Schülerinnen und Schüler sicherstellen und was heißt das für die zentralen Prüfungen?

Schulen als Verlierer der Corona-Pandemie

Im neuen Jahr 2021 müssen zum Teil sogar noch härtere Maßnahmen getroffen werden, um das Virus einzudämmen. Davon betroffen sind auch die Bildungseinrichtungen in unserem Land. Schulen samt ihrer Lernenden und Lehrenden gehören wohl zu den Verlierern der Corona-Pandemie. Selbst wenn Technik und digitale Lernangebote perfekt funktionieren würden, die Kluft zwischen Bildungs-Privilegierteren und -Benachteiligten wird durch Corona größer. Präsenzunterricht ist angesichts nicht sinkender Inzidenzwerte unverantwortlich. Häufig läuft es auf Home-Schooling hinaus. So auch bei mir zu Hause. Ich frage mich deshalb, ob an den bisherigen Lehrplänen festgehalten werden sollte.

Die Grafik zeigt den ungleichen Zugang zu Video-Unterricht während des Lockdown 2020. Quelle: DIW, 11/2020

Was tun mit den Lehrplänen?

Schon jetzt ist klar, dass insbesondere die G8-Jahrgänge unter noch stärkeren Druck geraten. Der Lehrplan des Turbo-Abis wird durch die lückenhafte Corona-Beschulung noch stärker verkürzt. Für viele Schülerinnen und Schüler wurden aus fünf Jahren Mittelstufe jetzt insgesamt nur vier Schuljahre. Aus G8 wurde G7. Gleiche Bedingungen gab es ehrlicherweise nie. Aber mit der Corona-Pandemie werden die Vorteile des Präsenzunterrichts noch deutlicher. Mir ist schleierhaft, wie CDU und FDP dieses Schuljahr ohne Reaktion auf diese Umstände fortführen wollen. Ich bin überzeugt, dass nur wenige behaupten können, keine schulischen Nachteile durch Corona erfahren zu haben und strikt dem Lehrplan folgen konnten.

Rückkehr zu G9 für alle Jahrgänge

Ich glaube nicht, dass die Turbo-Abitur-Jahrgänge nach Corona gut auf die (eigentlich) nach zwölf Schuljahren abzulegenden Prüfungen vorbereitet sind. Deshalb muss der Lehrplan angepasst werden. Da noch mehr kürzen sicher nicht sinnvoll wäre, muss aus meiner Sicht eine Sache auf jeden Fall passieren: Aus G8 muss wieder G9 werden, um die Ausfälle und widrigen Bedingungen ein Stück weit zu kompensieren. Hierzu gibt es bereits eine Online-Petition, die vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie eine Rückkehr zu G9 für alle verbliebenen G8-Jahrgänge fordert.

Wie die Landesregierung jetzt mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Turbo-Abi-Jahrgänge umgehen will, möchte ich in einer Kleinen Anfrage wissen. Auf die Antwort bin ich sehr gespannt.

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