Alle zwei Jahre ein neues Handy, regelmäßig ein neuer Computer, weil der alte zu langsam ist. Und immer die Klamotten der Saison. Wir alle produzieren jede Menge Müll, weil wir lieber neu kaufen, statt Altes aufzutragen. Dabei können wir viel Müll vermeiden, wenn wir ein paar kleine Regeln beachten.

Kaufhaus der Diakonie
Die Preise sind erschwinglich und ganz nebenbei macht das KaDeDi Schluss mit der Wegwerfgesellschaft.

Bei uns in Kamp-Lintfort hat ein KaDeDi aufgemacht. Ein „Kaufhaus der Diakonie“. Dabei handelt es sich keineswegs um eine Kleiderkammer deluxe, sondern vielmehr um ein richtig gut gemachtes Kaufhaus gebrauchter Kleidungsstücke und Gegenstände. Nicht irgendwie ins Regal gestopft und kunterbunt auf Kleiderständer gehängt, sondern professionell ausgestellt und sortiert. Die Preise sind erschwinglich und ganz nebenbei macht das KaDeDi Schluss mit der Wegwerfgesellschaft. Was nicht mehr gebraucht wird, kommt nicht in den Müll. Die Leute, die ich im Kaufhaus getroffen habe, freuen sich einfach, was neues Gebrauchtes zu tragen, das gut aussieht und nebenbei den Wegwerfkreislauf unterbricht. Denn mal ehrlich: Weg gehört nur unsere Wegwerfgesellschaft.

Kaputt? Neu!

Kaputt? Neu! So lautet der Grundsatz, damit die Konsumgesellschaft rund läuft. Es gibt sogar einen Begriff dafür, dass Elektrogeräte so konzipiert und gebaut werden, dass sie nicht mehr jahrelang halten. Geplante Obsoleszenz nennt sich das. Dabei leistet unser uralter Backofen, der – Achtung, Wortwitz – bei uns im Abstellraum als Backup für große Feten steht, auch nach Jahrzehnten noch gute Dienste. Reparieren kann man heute leider nur noch wenige Dinge. Wer danach fragt, bekommt meist die Antwort, dass sich das doch gar nicht lohnt. Kauf neu, ist billiger! Mit Umweltschutz hat das wenig zu tun.

Wegschmeißen war gestern: Reparieren ist Trend!

Stimmt, wenn ich danach gehe, was es mich in Euro kostet. Aber tatsächlich fällt die (Öko-)Bilanz furchtbar aus. Denn die alten Fernseher und Elektrogeräte verschwinden teilweise nach Nordafrika und in die Dritte Welt, wo sie ausgeschlachtet werden auf eine Art und Weise, die Mensch und Umwelt extrem belastet. Zum Beispiel in Ghanas Hauptstadt Accra: Dort ist eine der größten Elektro-Müllkippen Afrikas. Ganz zu schweigen von dem, was die Produktion meines neuen Gerätes tatsächlich Menschen und Umwelt kosten. Eine Idee sind deshalb die Repair-Cafés, die mittlerweile überall eröffnen. Da reparieren ehemalige Handwerksmeister und geschickte Pensionäre viele Stücke, die sonst im Müll landen würden. Auch im Kreis Wesel gibt es solche Angebote. Finden kann man sie über folgenden Link: Reparatur-Initiativen in der Nähe.

Eine Welt ohne Müll

Eine Welt ohne Müll ist durchaus möglich, wie viele kreative Menschen eindrucksvoll zeigen. Meine Empfehlung hier: Die Doku „Eine Welt ohne Müll“ von planet.e. Ich habe mir vorgenommen, künftig besser hinzugucken, was neu muss und was repariert werden kann – auch wenn es sich finanziell auf den ersten Blick nicht lohnt.

Diese drei Dinge checke ich ab sofort, um (Elektro-)Müll zu vermeiden:

  1. Was muss ich mir wirklich selber kaufen? Reicht es nicht auch, sich Dinge zu leihen? Warum hat jeder Nachbar einen eigenen Schneeschieber oder eine eigene Bohrmaschine, obwohl man beides höchstens ein bis zwei Mal im Jahr benötigt? Sharing Economy heißt die Idee, die durch Online-Plattformen wie AirBnB oder Uber leider zum dicken Geschäft für einige wenige geworden sind. Die Grundidee taugt jedoch weiterhin. Hier vor Ort, in meiner Straße, kriege ich das organisiert. Gerne auch über Plattformen wie nebenan.de.
  2. Bei jeder Neuanschaffung schaue ich erstmal, ob es nicht auch ein Gebrauchtgerät tut. Selbst Amazon bietet mittlerweile runderneuerte Geräte an. Die sind nicht nur günstiger als zum Beispiel ein neues Kindle, sondern sie bringen alte Geräte wieder in Verkehr. Damit macht der Konzern zwar immer noch ein Geschäft, das sei ihm an dieser Stelle aber mal gegönnt, wenn dafür nicht neue Ressourcen aufgebraucht werden.
  3. Wenn mich die Kauflaune packt, schaue ich künftig auch mal beim KaDeDi vorbei. Anderswo gibt es das auch. Jedes Mal, wenn ich in Essen bin, schaue ich im dortigen Secondhandladen, ob sich nicht wieder etwas Neues von Playmobil für meine Kids findet. Die finden das cool, weil man da so ausgefallene Stücke findet, die in keinem aktuellen Katalog auftauchen.

 

Welche Ideen habt Ihr, um die Wegwerfgesellschaft wegzuwerfen? Freue mich über Eure Kommentare und Anregungen!

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