Ulrike Thölke, Pfarrerin der evangelischen Kirchengemeinde Borth-Wallach-Ossenberg, spricht in meinem aktuellen Podcast über die Fastenzeit, wie man Ostern feiert während der Pandemie, dem nur schwer zu ertragenden Singverbot und wie die Digitalisierung auch künftig den Gottesdienst prägen wird.

Wenn ihr wissen möchtet, wieso Religion und Kirche mir wichtig sind, könnt ihr das auf meiner Themenseite Religion und Politik nachlesen.

Fasten: 7 Wochen ohne – 7 Wochen mit

„Spielraum! Sieben Wochen ohne Blockaden“ heißt das diesjährige Motto der evangelischen Kirche zur Fastenzeit, dem sich auch Pfarrerin Ulrike Thölke widmet. Ziel ist es, sich neue Spielräume im Leben zu suchen und dabei Blockaden abzubauen, anstatt nur auf etwas zu verzichten. Der begleitende Kalender liefert tägliche Impulse, die Ulrike Thölke zum Nachdenken und auch teils zum Handeln animieren. So hat sie in den vergangenen Wochen viel mit Familie und Freund:innen telefoniert, um die Distanz durch Corona zu überwinden.
Neben der Aktion der evangelische Kirche verzichtet die Pfarrerin auf Alkohol und – soweit möglich – auch auf Süßigkeiten. Letzteres sei ihr in diesem Jahr aber nicht so gut geglückt, muss sie zugeben. Aber es sind ja auch besondere Zeiten. Ulrike Thölkes Fastenwoche geht immer von Montag bis Samstag, denn jeder Sonntag sei eigentlich ein kleines Ostern, meint die Pfarrerin. Daher sei an den Tagen auch die ein oder andere Belohnung okay. Stimmt, das kenne ich als Sprecher der Kolpingsfamilie Xanten. Dort haben wir sogar schon ein Fastenbier eingeführt, das während dieser Zeit ohne Bedenken getrunken werden darf.

Welche Regeln man beachten sollte, damit die Fastenzeit gelingt, habe ich in einem früheren Beitrag bereits zusammengefasst.

Pandemiebedingte Umstellung fällt schwer

2020 hat die Pandemie alle sehr überrascht und keiner wusste anfangs, wie man das Osterfest gestalten soll, berichtet Ulrike Thölke. Sie habe daraufhin im vergangenen Jahr Osterbriefe an die Gemeindemitglieder geschrieben – über 1.500 Stück – um ihnen ein Stück Sicherheit in der aufkommenden Pandemie zu schenken. Das kam gut an. Dennoch fällt es schwer, eine Gemeinde zusammenzuhalten, wenn es keine richtigen Gottesdienste oder Zusammenkünfte gibt. Und bei den paar Gottesdienste die es gibt, fehlt dann das Mitsingen.
Das habe ich bei der Kommunion meines Sohnes ebenfalls schmerzlich vermisst. Auch Ulrike Thölke bedrückt das Singverbot. Anfangs habe sie die Lieder vorgelesen, aktuell weiche sie auf nicht allzu bekannte Lieder aus, die sie dann alleine neben der Orgel singt. So können die Besucher:innen zumindest etwas Musik genießen. Bei Online- oder Fernseh-Gottesdienste zuhause könne man natürlich mitsingen soviel man will. Aber das sei einfach nicht das gleiche.

Digitalisierung als Chance?

Die Kirchen haben in der Pandemie einen Digitalisierungsschub erfahren. Ulrike Thölke berichtet im Podcast von verschiedenen digitalen Konzepten, so wurden beispielsweise Gottesdienste aus der Rheinberger St. Peter Kirche online gestreamt und der Kinder-Gottesdienst und die Konfirmandentreffen per Zoom abgehalten.
Ulrike Thölke hat mit den digitalen Ansätzen anfangs gehadert. Es ist einfach nicht so mein Ding, meint die Pfarrerin. An Weihnachten 2020 wurde jedoch der Gottesdienst extra vorher in der Kirche in Wallach aufgenommen und später ausgestrahlt. Die Kirche ist seit März 2020 geschlossen, weil sie zu klein ist, um angemessen Abstand zu halten. So konnten die Gemeindemitglieder mal wieder „ihre“ Kirche erleben.
Thölke glaubt, dass das Aufnehmen und Streamen von Gottesdiensten auch nach der Pandemie bleiben werde. Dennoch wünscht sie sich, dass diejenigen, die Halt in den digitalen Veranstaltungen gefunden haben, nach der Pandemie auch Lust haben mal persönlich vorbeizukommen.

Ostern 2021

Ostern ist das höchste Fest der Kirche, die Auferstehung Jesu wird gefeiert. Die Auferstehung ist der Grund, warum Christen auf das ewige Leben hoffen. Ulrike Thölke spitzt es im Podcast zu: Wäre Jesus nicht auferstanden, wäre er nur irgendjemand der gekreuzigt worden ist.
Sie blickt realistisch auf das diesjährige Osterfest: Auch zum zweiten Mal müsse auf Alternativen ausgewichen werden, wie beispielsweise Online-Gottesdienste. Die Sicherheit und Gesundheit gehe nun mal vor. Sollte 2022 die Pandemie endlich vorbei sein, freut sich Ulrike Thölke auf ein Osterfest mit der ganzen Familie. Dann will sie gemeinsam mit der Familie den Gottesdienst besuchen, Eier im Garten verstecken, spazieren gehen und das Ganze mit gutem Essen zum Ende der Fastenzeit abrunden. Da freut sich die Pfarrerin schon sehr drauf.

Das gesamte Gespräch gibt es in der aktuellen Folge meines Podcasts, den man sich beim Podcatcher der Wahl abonnieren kann – zum Beispiel bei Spotify.

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