Falsche Nachrichten oder Fake News, wie sie insbesondere seit der Amtszeit des vorletzten US-Präsidenten heißen, sind oft schwer zu erkennen. Vor allem in den sozialen Medien steht Des­in­for­ma­tion auf der Tagesordnung. Im Zeitalter des Internets ist es wichtig, Nachrichten zu prüfen und Fakten checken zu können. Wie das geht, beschreibe ich hier.

Vor- und Nachteile von Sozialen Medien

Soziale Medien haben sicher viele Vorteile, aber auch Nachteile. Die werden insbesondere beim Thema Falschmeldungen sichtbar. Klar, Verschwörungsmythen (richtig: Mythen, nicht Theorien, denn wissenschaftlicher Natur sind Verschwörungen selten bis nie) gab es immer. Doch durch das Aufkommen der Sozialen Medien hat sich die Medienlandschaft insofern verändert, dass die Grenzen zwischen Produzent und Konsument sowie Meinung und Fakten verwischen. Jeder kann sich zu jedem Thema äußern, mag er nun Ahnung, Beweise oder Quellen haben. Ein Dilemma, denn einerseits bieten die Sozialen Medien vorher nicht da gewesenen Möglichkeiten der im Grunde unbegrenzten Meinungsäußerung. Andererseits ermöglichen sie bewusste und mutwillige Manipulation und Auf­wie­ge­lung, denn niemand filtert und prüft Aussagen im Vorhinein auf ihren Wahrheitsgehalt.

Achtung Bestätigungsfehler!

Bestätigungsfehler oder -verzerrung übersetzt den englischen Begriff confirmation bias. Damit ist gemeint, dass Inhalte, die der eigenen Überzeugung entsprechen, mit größerer Wahrscheinlichkeit als glaubwürdig empfunden werden. Wir glauben also eher das, was ohnehin schon unsere Meinung ist. Andere Argumente werden so zu Quatsch, den man abtut. Im schlimmsten Fall verstärkt sich dadurch sogar der Glaube an die Fake News. So bleiben im Dschungel der Sozialen Medien andere Meinungen und Perspektiven häufiger auf der Strecke.

Fake-News in der Corona-Pandemie

Corona hat die Situation verschärft. Weltweit wurden Ängste geschürt und in einer immer komplizierter werdenden Welt suchen viele Menschen einfache Wahrheiten. Hinzukommt, dass die Kontaktbeschränkungen das soziale Umfeld massiv eingeschränkt haben. Hatte man vor der Pandemie noch Kontakt zu Menschen, die eine andere Meinung als man selber vertreten haben, so hat die Pandemie dem Ganzen ein jähes Ende gesetzt. Oft ist also niemand da, der fragen könnte, was für einen Quatsch man gerade erzählt und womöglich andere Dinge über Thema XYZ gelesen hat.

Wie erkenne ich Fake News?

Was also tun? Ich habe ein paar Tipps für Sie und Euch – insbesondere eine hilfreiche Grafik des internationalen Bibliotheksverbands (IFLA), auf die ich im Magazin ProLibris der Bibliotheken aus NRW gestoßen bin.

Quelle: IFLA

Technische Möglichkeiten, um Nachrichten auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen, sind zum Beispiel: Mimikama oder Correctiv. Das Browser-Plugin Newsguard ordnet für den Nutzer während des Surfens im Netz die jeweiligen Seiten als verlässlich oder kritisch ein. Sogar für Bilder gibt es die Möglichkeit, ihre Echtheit zu überprüfen. Beispielsweise mit TinEye.

Viele Infos bietet auch die Bundeszentrale für politische Bildung, die auch ein Spezial zum Thema aufgelegt hat. Dort finden sich zudem einige interessante Publikationen. Mit dem Format FakeFilter hat die Bundeszentrale für politische Bildung außerdem ein Webvideo-Projekt gestartet, dass Orientierungswissen zum Umgang mit Informationen und Falschmeldungen im Netz vermittelt. In 10 Folgen beschäftigt sich der Youtuber Mr. Trashpack mit Fake News und verwandten Phänomenen und zeigt Tipps und Tricks, um selbst als Fake-Checker aktiv zu werden.

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