Der Zechenturm in Kamp-Lintfort ist neben dem Kloster das Wahrzeichen der Stadt. Zur Landesgartenschau 2020 wird man erstmals auf die Besucherplattform fahren können. Was man dann nicht mehr sieht, sind die Spuren des Bergbaus, die heute noch übrig sind. Diesen Lost Place auf rund 70 Metern Höhe durfte ich jetzt im Rahmen meiner Sommertour besichtigen.

Telefone und Schalter sind bedeckt mit Staub und Dreck
Wäre nicht die Schicht von Staub und Dreck, man könnte meinen, die Kumpels wären nur mal eben in Pause.

Fünf Euro wird die Fahrt im Aufzug kosten. Am Ende betritt man so wie ich jetzt eine riesige Halle in über 70 Metern Höhe. Noch immer sieht man die Seilscheiben des Zechenturms.

Die Seilscheiben auf dem Zechenturm in Kamp-Lintfort
Viel zu schwer sind die Seilscheiben des ehemaligen Förderturms, um sie abzubauen und auf den Erdboden herab zu lassen. Also wird man sie auch 2020 noch besichtigen können.

Die Glasscheiben im Steuerstand des Zechenturms fehlen. Dafür finden sich überall Relikte aus der aktiven Bergbauzeit. Ordner mit Anweisungen, eine Telefonliste und der Karton eines alten Siemens-Telefons liegen im Schrank. Man könnte meinen, die zuständigen Mitarbeiter sind nur mal eben raus. Weit gefehlt: Ende 2012 war Schicht im Schacht. Ich erinnere mich noch gut, wie die damalige Ministerpräsidentin Hannelore Kraft nach der letzten Schicht im Dezember zu den Kumpels sprach.

Zechenturm wirbt für Landesgartenschau

Jetzt wird aus dem Zechengelände eine Landesgartenschau. Das tut der Stadt gut, merke ich an allen Ecken und Enden. Hier oben jedoch bleibt noch einmal die Zeit für einen Moment stehen. Dort, wo ich früher als Nicht-Bergmann niemals hingekommen wäre, kann ich jetzt Platz nehmen und auf wichtig tun:

René Schneider sitzt am verlassenen Steuerstand auf dem Zechenturm in Kamp-Lintfort.
Am Steuerstand auf dem Zechenturm in Kamp-Lintfort

An den beiden Längsseiten ganz oben auf dem Zechenturm fällt durch riesige Glasscheiben das gleißende Sonnenlicht. Der Staub, den wir beim Besuch dieses Lost Places aufwirbeln, tanzt durch die Luft. Was uns hier noch so sehr fasziniert, das wird in den kommenden Wochen nach und nach ab- und zurück gebaut. Riesige Plakate an den Außenwänden werben schon jetzt für die „Laga 2020“. Gut, dass wir noch einmal einen Blick in den Zechenturm werfen durften, wie ihn die Bergleute 2012 verlassen haben…

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