Warum müssen Hunde draußen bleiben? Das ist derzeit wohl das am heißesten diskutierte Thema zur Landesgartenschau 2020 in Kamp-Lintfort. Die Hundehalter können das nicht verstehen und sind wütend. Die Laga-Gesellschaft sagt, dass das auch früher schon so war. Die Pro- und Contra-Argumente habe ich hier mal gesammelt.

Für das Verbot von Hunden

So oder so würde auf der Landesgartenschau ein Leinenzwang gelten. Das ist vernünftig, damit sich Mensch und Tier nicht ins Gehege kommen. Zumal zigtausend Menschen erwartet werden. Der Leinenzwang ist allerdings nicht schön für Hunde und Herrchen. Beide sind in ihrem Radius eingeschränkt. Die Hunde können nicht richtig herumtoben und die Hundehalter sind ebenfalls nicht so flexibel.

Zweite große Frage: Wohin mit dem Häufchen? Auf dem Gelände darf das Geschäft nicht einfach in die Beete gemacht werden. Klar, denn das stört nicht nur die Besucher. Außerdem wird zum Teil Obst und Gemüse gepflanzt, das später auch geerntet und verzehrt wird. Wer will schon riskieren, dass Hunde hier ihre Notdurft verrichten? Beeren mit Pipi-Geschmack? Das muss nicht sein.

Erwartet werden über eine halbe Million Besucher. An manchen Tagen werden sie sich in den beiden großen Gärten nur so knubbeln. Das versetzt die Hunde, die zwischen den vielen Menschenbeinen herlaufen müssen, in zusätzlichen Stress. Wer seinen Hund liebt, wird ihm das ohnehin nicht zumuten wollen. Für alle anderen ist es dann eben verboten.

Gegen das Verbot von Hunden

Für viele Menschen gehören Hunde einfach zur Familie. Keine Frage, dass sie mit müssen, wenn Herrchen auf Sonntagsausflug geht. Herzlos ist, wer beide trennt. Da könnte man genauso gut vorschlagen, dass die Kinder zu Hause bleiben müssen. Schließlich toben die oft ebenfalls herum und stören damit manche Gäste der Laga.

Verantwortungsbewusste Hundehalter denken von jeher daran, die Notdurft ihrer Hunde aufzusammeln. Das würden sie selbstverständlich auch bei der Laga tun. Noch dazu ist es klar, dass sie genau darauf achten, wo ihre Tiere hinmachen. Auf Obst und Kräuter jedenfalls nicht.

Manche Hundehalter könnten auf die Idee kommen, im Sommer ihren Vierbeiner vorübergehend im Auto zu lassen, während sie auf der Laga unterwegs sind. Viele Wohnmobil-Reisende haben sich ebenfalls schon angesagt und werden ihren Hund dann im mobilen Heim zurücklassen müssen. Selbst wenn für Frischluft in Auto und Wohnmobil gesorgt ist: Schön ist das nicht für die Hunde! Um nicht in diesen Konflikt zu geraten, könnte manche Hundehalter deshalb gleich ganz zu Hause bleiben. Schade für die Landesgartenschau.

Fazit

Ich glaube, dass die Hunde-Halter von der Nachricht, ihren Vierbeiner nicht mit aufs Gelände nehmen zu können, vor allem eines waren: in ihrer Tierliebe tief getroffen. Denn wer will schon seinen treuesten und besten Freund zu Hause lassen, wenn es auf einen Spaziergang im Freien (!) geht? Noch dazu das Wort, das einem als erstes ins Auge fällt: Hunde-Verbot! Wer meinen besten Freund nicht da haben will, zu dem gehe ich auch nicht.  Wütend schreien deshalb viele Hunde-Halter: Dann bleibe ich eben auch zu Hause! So!

Wenn die Wut aber erstmal verraucht ist, kann man den Beschluss aller bisherigen Landes- und Bundesgartenschauen verstehen, die die Hundehalter bitten, ihren Vierbeiner lieber zu Hause zu lassen. Auf den zweiten Blick müssten dann die Argumente für ein Hundeverbot insbesondere die Tierhalter selbst überzeugen. Stress für Hunde und Herrchen sind nämlich tatsächlich vorprogrammiert.

Auch wenn es sich also auf den ersten Blick wie eine Sauerei anhört, dass Hunde bei der Landesgartenschau draußen bleiben müssen, hoffe ich doch, dass deshalb am Ende kein Hundehalter zu Hause bleibt.

Ein Hundeverbot gilt für die beiden großen Gelände auf der ehemaligen Zeche Friedrich-Heinrich und im Klostergarten von Kamp. Auf dem Wandelweg dazwischen, sind Hunde erlaubt. Wer also mal in Ruhe und ohne Stress für sich und seinen Hund die Landesgartenschau genießen will, lässt für die paar Stunden im Schatten des Förderturms oder des Klosters den Hund einfach mal zu Hause. Oder gibt ihn einem Bekannten oder Freund. Ich glaube, dass das letztlich allen Beteiligten und insbesondere den Hunden zugute kommt.

Den eigenen Hund für ein paar Stunden in guten Händen zu wissen und gleichzeitig in Ruhe und mit einem guten Gewissen die Laga zu genießen – das wär’s!

Zu guter Letzt bleibt die Möglichkeit, dass sich bis zur Eröffnung am 17. April 2020 ein geschäftstüchtiger Mensch und Tierfreund findet, der eine Betreuungsmöglichkeit für Vierbeiner anbietet. Das gab es schon mal bei anderen Landesgartenschauen. Den eigenen Hund für ein paar Stunden in guten Händen zu wissen und gleichzeitig in Ruhe und mit einem guten Gewissen die Laga zu genießen – das wär’s!

5 Kommentare zu „Pro & Contra zur Laga 2020: Hunde müssen draußen bleiben!“

  1. Dr. Volker Schwich

    Sehr geehrter Herr Schneider,

    Ihren Vorschlag finde ich sehr gut .
    Allerdings hängt es nun davon ab, ob die LaGa GmbH oder der Förderverein jemanden / oder ein Unternehmen findet, die Hundebetreuung zu übernehmen .
    Es wäre sicherlich hilfreich, wenn Sie ihren Vorschlag auch öffentlich etwas mehr verbreiten würden.
    Aus meiner Sicht ist der Vorschlag geeignet, mögliche negative Reaktionen von Hundebesitzern etwas zu besänftigen.

    Beste Grüße
    Dr. Volker Schwich

  2. Jürgen Potzies

    Da stimme ich grundsätzlich zu. Einen Hund auf der LaGa mitzuführen würde auch für das Tier und den Halter Stress bedeuten. So hoffe ich, dass es zu einem guten „Betreuungsangebot“ für Hunde kommt.

  3. Warum gibt es nicht einen Tag in der Woche, der es erlaubt Hunde mitzuführen?
    Vielleicht immer Montags .
    Das sollte doch möglich sein. Zumindest sollte man es versuchen.

  4. Genau, ich würde das nicht pauschal verbieten. Klar, Samstag und Sonntag bei Sonnenschein sollte Hundi besser zu Hause bleiben. Aber Montags ist doch eine Landesgartenschau bestimmt nicht so gut besucht? Also Montags bis Mittwochs mit Hund, Donnerstags bis Sonntags ohne Hund.

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